Rund eine Milliarde Menschen weltweit hat keinen Zugang zur Energieversorgung. Der "SIMA Off-grid Solar and Financial Access Senior Debt Fund" hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl zu verringern. Dazu investiert der Fonds in netzunabhängige Solarlösungen – mit Unterstützung der OeEB.

Netzungebundene Lösungen, die von einfachen Solarlampen bis zu eigenständigen Mini-Stromnetzen für abgelegene Dörfer reichen, stellen eine umweltfreundliche, verlässliche und kostengünstige Alternative zu Dieselgeneratoren und Kerosinlampen dar. Sie ermöglichen Millionen von Haushalten in Sub-Sahara Afrika und Südasien Zugang zu Energie ohne dabei die Umwelt zu schädigen. 

Licht und Chancen

Für die Menschen in den Dörfern bringt der Strom mehr als nur Licht, er eröffnet ihnen neue Chancen:

Margaret Wamula lebt in Vihiga County, Kenia. Für sie war die Ausbildung ihrer Kinder der Hauptgrund für den Kauf eines Solarsystems. "Früher hatten wir nur eine einzige Kerosinlampe. Durch das schwache Licht war es für meine Kinder schwer, zuhause zu lernen." Solarlampen sind nicht nur günstiger und weniger gesundheitsschädlich, sondern haben auch größere Leuchtkraft. "Meine Kinder können nun abends Hausaufgaben machen und lernen, wodurch sich ihre Noten sehr verbessert haben."

Auch die lokale Schule profitiert von der hauseigenen Solaranlage. "Unsere Schule hat rund 500 Schülerinnen und Schüler, 130 davon leben im Internat. Durch Stromausfälle wurden die Kinder häufig beim Lernen unterbrochen. Die Solarlampen bieten verlässliches Licht für viele Stunden und haben unserer Schule auch wesentlich dabei geholfen, Kosten zu reduzieren", so Linet Ndalu, Lehrerin an der Muhudu Secondary School. 

Für Benjamin Lesinko bietet der Solarstrom nicht nur Licht, sondern vor allem auch Sicherheit: Seine Kühe und Ziegen sind die Lebensgrundlage der Familie. Aufgrund häufiger Angriffe durch Wildtiere lebte die Familie in ständiger Sorge. "Seit wir vor dem Haus zwei Lampen installiert haben, gab es wesentlich weniger Angriffe durch Hyänen und andere wilde Tiere." Auch für die Familie selbst eröffnen sich neue Möglichkeiten. "Mein jüngerer Bruder kann nun abends seine Hausaufgaben machen und seine Lieblingssendungen im Fernsehen ansehen."

Sauberer Strom für 7 Millionen Haushalte

Seit der Gründung des SIMA-Fonds im Oktober 2017 wurden mehr als 7 Millionen netzferne Solaranschlüsse geschaffen, die Haushalte beleuchten, Mobiltelefone aufladen und landwirtschaftliche Geräte, Wasserpumpen, Nähmaschinen, Elektrowerkzeuge, Fernseher, Radios und Ventilatoren mit Strom versorgen. Die Portfoliounternehmen des SIMA-Fonds beschäftigen rund 14.000 Vollzeitbeschäftigte und schaffen ein zusätzliches Einkommen für 24.000 weitere Personen, die auf Provisionsbasis arbeiten.

Die OeEB ist seit Juni 2019 mit 9,5 Millionen Euro am SIMA-Fonds beteiligt. 

Zugang zu Energie ist eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Über unser Investment in den SIMA-Fonds können wir dazu beitragen, Millionen von Haushalten – vor allem in ländlichen Gebieten fern der Stromnetze – Zugang zu sauberer Energie zu ermöglichen und damit nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.
Sabine Gaber und Michael Wancata
OeEB-Vorstände