In vielen Entwicklungsländern sind kleine und mittlere Unternehmen das Rückgrat der Wirtschaft. Häufig fehlt es ihnen jedoch am notwendigen Kapital und Know-how, um wachsen und Arbeitsplätze schaffen zu können.

Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) spielen in Entwicklungsländern eine tragende Rolle für die Wirtschaft, laut Weltbank sind sie für rund 50 Prozent der Jobs verantwortlich. Gleichzeitig ist ihr Zugang zu Kapital oft in besonderer Weise eingeschränkt. Während es für Mikrounternehmen zahlreiche Initiativen gibt und große Konzerne von den Kommerzbanken durchaus gerne bedient werden, bleiben KMU als "missing middle" übrig. In Bezug auf das Ausmaß ihres Finanzierungsproblems spricht die Weltbank gar von einer "Billionen-Dollar-Lücke".

"Missing Middle" – warum?

Warum gibt es diese Finanzierungslücke eigentlich? Grund dafür ist nicht nur ein Mangel an Kapital. Viele Banken in Entwicklungsländern tun sich zwar durchaus schwer damit, an den Finanzmärkten langfristiges Kapital aufzustellen. Eines ihrer größten Probleme besteht aber in einem Informationsdefizit: Da kleine und mittlere Unternehmen oft keine Bilanzen erstellen und Gewinn und Umsatz dadurch schwer zu überprüfen sind, ist die Kreditwürdigkeit des Unternehmens für Banken oft nicht einschätzbar. Oft scheitert die Kreditvergabe auch daran, dass KMU über keine ausreichenden Sicherheiten verfügen.

Um KMU bei der Bewältigung ihrer Finanzierungsprobleme zu unterstützen, greifen Entwicklungsbanken auf unterschiedliche Instrumente zurück. Nur wenige stellen KMUs direkt Kredite zur Verfügung; für gewöhnlich wird der Umweg über eine lokale Bank eingeschlagen. Diese haben mit den Unternehmen vor Ort engeren Kontakt und sprechen ihre Sprache. Schöne Erfolge werden auch über Private-Equity-Fonds erzielt, die KMUs Eigenkapital zur Verfügung stellen und sie so in ihrem Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen.

Know-how-Transfer wirkt

Wichtig ist jedoch, dass Entwicklungsbanken lokalen Banken und Fonds nicht nur Kapital bereitstellen, sondern auch Capacity Building betreiben, Beratungen und Trainings durchführen, Finanzwissen aufbauen, die Fähigkeiten der lokalen Banker entwickeln, Risiken bei KMU besser einzuschätzen, und den Banken bei der Entwicklung von auf KMU maßgeschneiderten Produkten helfen.

Den Zugang zu Kapital für KMU in Entwicklungsländern zu verbessern, ist auch ein wesentlicher Fokus der OeEB. Dabei verknüpft sie Finanzierungen, die KMU zugutekommen, mit Ausbildungsmaßnahmen. So wird wertvolles Know-how aufgebaut, das kleine Unternehmen in ihrem Wachstum unterstützt und so dazu beiträgt, neue Jobs und damit bessere Lebensbedingungen für Menschen in Entwicklungsländern zu schaffen.

Relevant 2017

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