OeEB Geschäftsbericht 2015 - page 12

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Einleitung
Die OeEB ist ein Spezialinstitut für die Finanzierung von privatwirtschaftlichen Investitionsvorhaben in
Entwicklungs- und Schwellenländern, die wirtschaftlich tragfähig und entwicklungspolitisch sinnvoll sind.
Sie ist die offizielle Entwicklungsbank der Republik Österreich.
Der Schwerpunkt der Tätigkeiten des Risikomanagements war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verfei-
nerung der Messung und Steuerung der Risiken durch die Festlegung von Risikobudgets für das Kredit- und
Marktrisiko. Darüber hinaus bildeten die Erweiterungen der Berichtsmethoden sowie die Operationalisierung
der Risikostrategie weitere Schwerpunkte.
Strategische Grundhaltung zum Risikomanagement
Bei der Beurteilung von Projektrisiken werden konservative Maßstäbe angesetzt. Dies auch deshalb, weil bei
einer erhöhten Anzahl von Schadensfällen ein Reputationsrisiko für die OeEB entstehen könnte.
Die OeEB erhält zur Absicherung des sehr hohen Projekt- und Länderrisikos im Rahmen des Ausfuhrförder-
ungsgesetzes (AusfFG) eine 100%ige Haftung der Republik Österreich für jede Kredit-Finanzierungstransaktion.
Der weitaus größte Teil der Bilanzsumme bildet das entsprechende Mandatsgeschäft. Analog zur Muttergesell-
schaft OeKB ist die OeEB für diesen Teil der Bilanzsumme von maßgeblichen gesetzlichen Regelungen wie zum
Beispiel der CRR (EU Verordnung 575/2013) und CRD IV ausgenommen.
Die Grundkapitalausstattung der OeEB entspricht in Hinblick auf die von der Republik Österreich übernomm-
enen Risiken mit 5 Mio. Euro dem Mindesterfordernis gemäß BWG. Trotz der Stärkung der Eigenkapitalbasis
in der Vergangenheit erfolgen Veranlagungen mit Eigenmitteln ohne Bundeshaftung nur im Rahmen der vom
Aufsichtsrat genehmigten Veranlagungsrichtlinien oder – bei Überschreiten der relevanten Schwellenwerte
für Aufsichtsratsgenehmigungen – auf Basis von Einzelgenehmigungen durch den Aufsichtsrat.
Die OeEB ist eine 100%ige Tochter der OeKB und definiert die eigene Risikopolitik und -strategie entlang und
im Rahmen der Risikopolitik und -strategie der OeKB Gruppe. Die Bewertung der Bankrisiken findet auch auf
Einzelinstitutsebene statt. Weiters wurden gemeinsam mit der OeKB Interne Kontrollsysteme gemäß BWG für
die wesentlichen Geschäftsprozesse Investitionsfinanzierungen, Beteiligungen aus Bundesmitteln, Advisory
Programmes und das Geschäftsfeld Außenwirtschaftsprogramm erarbeitet, die einer jährlichen Überprüfung
unterliegen und eine Risikosteuerung auf OeKB Gruppenebene ermöglichen.
Als 100%ige Tochter der OeKB ist die OeEB Bestandteil des Gruppen-ICAAP. Auf Ebene der OeEB wird kein
ICAAP erstellt. Als zentrale Größe bei der Messung und Steuerung der Risiken wird das ermittelte ökonomische
Kapital (Going Concern und Gone Concern) dem Risikodeckungspotenzial in mehreren Absicherungsstufen
gegenübergestellt. Auf Einzelinstitutsebene verzichtet die OeEB auf eine Risikodeckungsrechnung gemäß Säule
II, wobei trotz Geringfügigkeit für das Veranlagungsrisiko aus dem Eigenportfolio (Bankbuch) ein ökonomisches
Kapital („Value at Risk“-Konzept) ermittelt wird.
iii. Risikomanagement
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