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  Ostafrika: Mikrokredite - Die Bank kommt zu ihren Kunden 

Rhoda Tarus kam mit niedrigen Erwartungen: Sie besaß kein Land, wer also sollte ihr Geld leihen? Wie sollte sie sich eine Existenz aufbauen, wie ihre Geschäftsideen verwirklichen?

Mikrofinanz in Afrika (c) OeEB
Rhoda kam mit dem Brauen von "Changaa und Busaa", traditionellen Getränken in Kenia, gerade über die Runden, als sie von Freunden vom "Kenya Women Finance Trust" (KWFT) hörte. "Sie erzählten mir von den Möglichkeiten, darüber einen Kredit zu bekommen, aber ich konnte ja keine Sicherheiten bieten."

Für Rhoda Tarus bot KWFT die Möglichkeit, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen: Mit einem Kleinkredit über 30.000 Kenianische Schilling (rund 240 Euro) eröffnete sie einen Fleischerladen an der Moi Universität in Eldoret im Westen Kenias. "Mein Leben war ein völlig anderes und ich konnte den Kredit schon innerhalb von sechs Monaten zurückzahlen", erzählt sie.

Hohe Rückzahlungsraten

Die Rückzahlungsraten bei Mikrokrediten liegt bei erstaunlichen Werten über 90 Prozent. "Allerdings haben den Menschen in Afrika die steigenden Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise sowie die Finanzkrise stark zugesetzt", berichtet OeEB-Projektmanagerin Susanne Boesch. Denn gegen wirtschaftliche Krisen sind auch Mikrokredite kein Wundermittel.

Wöchentliche Zeremonie

Boniface Wabwoba, Credit Officer vom Mikrofinanzinstitut Bimas, ist es wichtig, dass seine Kunden erfolgreich sind. Jede Woche kommt er ins Dorf Embu, in der kenianischen Provinz Murang'aum, um mit seinen Kreditkunden zu sprechen und zuzusehen, wie sie das Geld für die Kreditraten auf den Tisch legen. Umgerechnet nur ein- oder zweistellige Eurobeträge machen die wöchentlichen Raten aus. Akribisch werden alle Zahlungen in die rosaroten "Passbooks" eingetragen.

 

Mit ihrer auf vier Jahre angelegten "Upgrading and Rating Initiative" befähigt die OeEB Mikrofinanzinstitute in Äthiopien, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda, sich eigenständig und nachhaltig zu entwickeln.


(c) OeEB

Wichtige Beratungsfunktion

Boniface Wabwoba sieht sich selbst als eine Art Bank-, Unternehmens-, Bildungs- und Landwirtschaftsberater in einer Person. So erklärt er etwa an einem Tag dem Milchbauern, wie er seine Töpfe am besten abdichtet, am nächsten Tag der Frau im Slum, welche Nähmaschine die richtige für sie sein könnte. Schließlich sollen seine Kunden das geliehene Geld auch möglichst gut einsetzen und samt Zinsen zurückzahlen können.

Fit für den Kapitalmarkt

Bonifaces Mikrofinanzinstitut ist eines von 17 für das OeEB-Projekt ausgewählten. Für sie wurde ein umfangreiches Beratungs-, Schulungs- und Trainingsprogramm erstellt. "Capacity Building" heißt das im Fachjargon und umfasst z.B. die Themen Risiko- und Schuldenmanagement, IT, Personalentwicklung, Marketing und Produktentwicklung. Denn um langfristig auf eigenen Beinen zu stehen und zu wachsen, müssen sich die Minibanken auf dem freien Kapitalmarkt refinanzieren. Dafür müssen sie personell, technisch und organisatorisch fit sein.

 

Kontakt

Abteilung Advisory Programmes

advisory@oe-eb.at